15.09.2021 Bergerac -> Eauze

Hans schreibt: Wir verlassen Beragerac und fahren weiter nach Eauze: Außerhalb der Stadt führt die Straße durch in Gewerbegebiet mit diversen Supermärkten, darunter auch „Maxi Zoo“. Wir halten. Nele braucht eine neue Leine, alte kaputt gegangen. Und für Spanien einen Maulkorb, der Dritte, denn 2 unbenutzte liegen zu Hause … Im Laden sieht es aus wie im Solinger Freßnapf, gleiches Ambiente und viele Produkte in deutscher Sprache.

Rike schreibt: Mittags fahren wir weiter und wollen bis nach Aire sur l`Adore. Dort ist vor vielen, vielen Jahren eine Prinzessin von ihrem Vater geköpft worden, weil sie partout nicht heiraten wollte. Nach der Enthauptung hat sie ihren Kopf auf ein Tablett gestellt, ist bis zu ihrem Sarkophag gegangen, hat sich darein gelegt und ist gestorben. Noch am gleichen Tag entsprang dort eine (heilige) Quelle und das Wasser ist gut gegen … na was denn schon … Kopfschmerzen!!!

Aber bis dahin kommen wir nicht. Der Abstecher ist uns zu weit. Wir meiden immer noch die Autobahnen, weil wir so viel mehr Gegend sehen.

Hans ergänzt: Wir fahren durch die Gascogne „stundenlang“ durch Weinfelder. Dazwischen etwas Mais und viele Sonnenblumenfelder – die noch vor Wochen so schön blühten, sehen jetzt etwas mitgenommen aus mit ihren hängenden und schwarzen Köpfen.

Rike schreibt weiter: Wir haben einen Platz bei Eauze ausgesucht, der über Waschmaschine und Trockner verfügt. Braucht man nach 2 Wochen mal. Der Platz hat das ganze Jahr offen. Sagt die Website. Fake news!!! Mal wieder! Hat geschlossen und die Madame lässt auch nicht mit sich verhandeln, uns da stehen zu lassen, und es scheint ihr auch egal, dass ihre Infos nicht stimmen. Aber immerhin gibt sie uns noch einen nahen Übernachtungstip.

Ich bin echt genervt. Und dann: Die Zufahrt zu dem Platz ist steil nach unten. Also muss ich den Berg rückwärts wieder hoch.

Dabei übersehe ich leider eine Böschung, es gibt ein unfreundliches Geräusch und die Stoßstange hat die rechte seitliche Verkleidung gelöst … Sch …. Hans drückt sie notdürftig fest und wir fahren die nächsten 10 km zum Platz Muncipal Eauze.

Wie schön. An einer ehemaligen Mühle ein kleiner Platz im Grünen mit Flüsschen und riesigem Freibad, was aber leider schon seit 1.9. geschlossen ist. Es empfängt uns Jean Pierre, den Namen erfahren wir erst später. Jean Pierre zeichnet !!! uns in aller Ruhe jedes Detail des Platzes auf ein DIN A4 Blatt auf.

Er bewirtschaftet auch ein kleines und schickes Resto, wir melden uns schon mal zum Essen an.

Und Jean Pierre hat einen Freund um die Ecke mit einer Karosseriewerkstatt und auch immer wieder den Campinggästen gerne und gut hilft. Da werden wir morgen hinfahren und die untere Verkleidung überprüfen lassen.

Aber erstmal wird das Womo gründlich gesäubert von der Schlammschlacht gestern.

Abends sind wir die einzigen Gäste im Resto. Jean Pierre ist so was von zuvorkommend und nett. Wir verständigen uns blendend, er mit seinem schlechten Deutsch und ich mit meinem schlechten Französisch. Hans mit Charme und Gestik. Wir haben viel Spaß. Er benimmt sich wie ein mindestens 1 Sterne Koch. Als Begrüßung gibt es einen Floc de Gascogne.  Das Essen ist wirklich gut. Er macht auch eine kleine Weinprobe, damit wir nur ja den richtigen Weißwein wählen: doux, demi-sec oder sec.

Abends aus dem Womo raus sehen wir ihn dann noch die Sanitäranlagen sauber machen. Offensichtlich hat er viele Talente.